Gastronomie Tanja Millius 15.09.2026

Who is Who: Martin Jucker

Was heute tausende Besucherinnen und Besucher anzieht, begann mit einer einfachen Idee auf dem Hof: Als Mitinhaber der Jucker Farm hat Martin Jucker Landwirtschaft und Unternehmertum konsequent zusammengedacht.

Martin Jucker

Mitinhaber der Jucker Farm



Aufgewachsen auf dem Juckerhof in Seegräben am Pfäffikersee, war für Martin Jucker früh klar, wo sein Weg hinführt – auch wenn zwischenzeitlich noch der Wunschberuf Feuerwehrmann dazukam. «Ich lebe meinen Traum», sagt er. Heute ist er Obstbauer – und seit über 30 Jahren Teil der Milizfeuerwehr.

Seine Kindheit war geprägt vom Hofalltag. «Wir drei Geschwister sind so aufgewachsen, wie man es von Bauernkindern erwartet.» Ferien bedeuteten eine Woche Skifahren im Winter, ansonsten war die Familie im Betrieb eingespannt. «Heute nennt sich das Zukunftstag. Wir hatten 12 Wochen davon pro Jahr.»

Schon früh übernahm er Verantwortung, arbeitete im Betrieb mit und sass mit 14 Jahren auf dem Traktor. Diese Erfahrungen prägen ihn bis heute. «Die Lösung aller Probleme beginnt bei mir», sagt Jucker.

Gemeinsam mit seinem Bruder Beat entwickelte er den Betrieb über Jahre weiter. Aus dem Obstbaubetrieb entstand ein Unternehmen mit mehreren Standorten, Hofläden, Gastronomie und saisonalen Angeboten.
 

«Ich lebe meinen Traum.»

 


Wichtige Impulse erhielt er am Schweizerischen Institut für Unternehmerschulung. Dort lernte er, Landwirtschaft auch unternehmerisch zu denken. Geprägt haben ihn zudem Betriebe wie «Karls» und der Spargelhof Klaistow in Deutschland.

Bekannt wurde die Jucker Farm vor allem durch ihre Kürbisausstellungen. Ihr Ursprung liegt Mitte der 1990er-Jahre: In einer Fachzeitschrift stiess Beat Jucker auf einen Bauernhof in Frankreich, der über 80 Kürbissorten anbaute. Kurz darauf fuhr er los Richtung Paris – und bog unterwegs auf diese Farm ab. Auf der Rückfahrt nahm er Samen verschiedener Sorten mit, allerdings ohne das nötige Know-how.

 

«Erfolgreiche Unternehmer
müssen unabhängig sein.»

 


1997, nach dem Ausbau des Hofladens, wurden die geernteten Kürbisse auf dem Hof unter den Dächern gestapelt – für die Kundschaft wirkte das wie eine Ausstellung. Daraus entwickelte sich ein Format, das heute tausende Menschen anzieht: inszenierte Kürbiswelten mit Figuren und bekannten Motiven. Für Jucker sind Kürbisse deshalb «die grössten Stars».

Für ihn gehören Landwirtschaft und Unternehmertum zusammen. Gerade in der Landwirtschaft seien viele Betriebe auf staatliche Beiträge angewiesen, was die unternehmerischen Möglichkeiten einschränke. «Erfolgreiche Unternehmer müssen unabhängig sein», ist Jucker überzeugt. Auch die Jucker Farm erhalte heute solche Beiträge – sei davon aber nicht abhängig.

 

«Ich beschäftige mich mit
der Zukunft, nicht mit der
Vergangenheit.»

 


Einen einzelnen Wendepunkt in seiner Laufbahn gebe es nicht. Vielmehr seien es «tausend Momente», die ihn geprägt hätten. «Ich bin das Resultat von 30 Jahren Unternehmertum», sagt Jucker. Auch sein persönlicher Kompass ist klar: Verantwortung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Zurückblicken bringt ihm wenig. «Ich beschäftige mich mit der Zukunft, nicht mit der Vergangenheit.»

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Autorin: Tanja Millius