Network 18.09.2026

Wo der Nachwuchs neue Perspektiven entdeckt

Über den eigenen Berufsalltag hinausschauen: YoungStar 2026 zeigte, wie vielfältig die Möglichkeiten in Bäckerei, Konditorei, Confiserie und Gastronomie sind.

Schauplatz war diesmal die Richemont Fachschule in Luzern, unweit des Vierwaldstättersees. An einem sonnigen Septembertag wurde dort ausprobiert, degustiert und diskutiert.

 

«Es gibt viele Wege nach der Lehre.» 

Dominique Jungo
Köchin im Restaurant Laterne, Zumholz FR

 

Eine der Teilnehmerinnen war Dominique Jungo, Köchin im Restaurant Laterne in Zumholz FR. Besonders interessierte sie sich für die Patisserie, mit der sie im Kochberuf weniger zu tun hat – der Workshop von Patissier-Weltmeister Rolf Mürner bot ihr dafür genau die richtige Gelegenheit. Ihr Chef unterstützte sie in ihrem Wunsch, am Event teilzunehmen. Die Aussicht auf René Schudels Workshop war ein weiterer Grund. Mit dem Gastronomen und Fernsehkoch am offenen Feuer zu kochen, wurde schliesslich zu ihrem persönlichen Highlight des Tages.

 



Schudel begleitet YoungStar seit den Anfängen. Er schätzt daran, dass junge Menschen die Vielfalt der Gastronomie kennenlernen. Ebenso wichtig ist ihm die Haltung, mit der man seinen Beruf ausübt: eine Sache gut zu machen und sie «mit voller Leidenschaft» anzugehen. Gastronomie sei nach wie vor in hohem Mass Handwerk. Für den Erfolg seien deshalb auch das Anpacken und der eigene Berufsstolz entscheidend.

 



Was die Teilnehmenden darüber hinaus mitnehmen können, beschreibt Vera Stocker von der Richemont Fachschule. Sie leitete einen Workshop zu Croissant-Teig. YoungStar biete «neue Ideen, neue Einblicke». «Die Teilnehmenden können dabei auch andere Arbeitsweisen als im eigenen Betrieb kennenlernen.»



Mehr als eine Frage der Ausbildung

Was braucht es, damit junge Fachkräfte ihrem Beruf langfristig treu bleiben? Wichtig sind Begleitung und Engagement der Betriebe sowie der Austausch zwischen den Generationen.

Agrano-Geschäftsleiter John Berner sieht angesichts des Fachkräftemangels auch die Unternehmen in der Verantwortung. Nur darüber zu klagen, reiche nicht aus. «Wir müssen zu unserem Nachwuchs viel mehr schauen als andere Branchen.» Angesichts harter Arbeit und unregelmässiger Arbeitszeiten sei dies umso wichtiger.


 

«Wir müssen zu unserem Nachwuchs viel mehr schauen als andere Branchen.» 

John Berner
Geschäftsleiter Agrano




Den Blick auf die weitere berufliche Entwicklung richtet Thomas Leu, Präsident des Schweizer Verbands für Spital-, Heim- und Gemeinschaftsgastronomie (SVG). «Wir bilden Köche und Servicefachleute aus – und die springen uns ab.» Für Leu liegt das Problem damit weniger bei der Ausbildung als darin, die jungen Fachkräfte anschliessend im Beruf zu halten.

 



Deshalb seien auch hier die Betriebe in der Pflicht. Junge Berufsleute brauchen «Halt und Strukturen» und eine aktive Begleitung. Ein Anlass wie YoungStar könne «Lust auf mehr» machen. Wenn die Teilnehmenden bei erfahrenen Profis auch nach vielen Berufsjahren noch das Feuer für ihre Arbeit spüren, sei schon viel erreicht.

 



Was junge Berufsleute beschäftigt, interessiert auch Rolf Schneider von den Schweizer Salinen, die YoungStar als Partner unterstützen. Er schätzt die Gelegenheit zum direkten Gespräch und dazu, den «Puls vom Markt» zu spüren. Sein Fazit: «Wir können etwas von den Jungen lernen, während die Jungen etwas von uns lernen können.»

Bilder: Chris Iseli Fotografie
 

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www.youngstar.ch

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