Gastronomie 01.03.2026

Sparringpartner für die Zukunft

Wie lassen sich gewachsene Strukturen weiterentwickeln? Die Confiserie Sprüngli zeigt anhand eines aktuellen Projekts, welchen Mehrwert unabhängige Beratung des Verbands Foodservice Consultants Society International (FCSI) dabei bieten kann.

Für Sprüngli steht Qualität an erster Stelle. «Unsere Produkte basieren auf hochwertigen, sensiblen Rohstoffen und werden mit grösster handwerklicher Sorgfalt hergestellt», erklärt Oliver Moritz, Bereichsleiter Gastronomie bei Sprüngli. Entsprechend zentral ist die Kühlkette: «Eine stabile und lückenlose Kühlung stellt sicher, dass Geschmack, Textur, Frische und Optik jederzeit unseren hohen Ansprüchen genügen.»
 


Gleichzeitig sei Kühlung ein wesentlicher Bestandteil der Betriebs- und Lebensmittelsicherheit, gewährleiste Prozessstabilität und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben – vom Wareneingang über die Produktion bis zur Auslage.

Am traditionsreichen Standort Zürich Bahnhofstrasse treffen historische Strukturen auf moderne Anforderungen. Vor diesem Hintergrund stellte sich für Sprüngli die Frage, ob bestehende Abläufe langfristig noch optimal aufgestellt sind.
 

«Als traditionsreiches Unternehmen mit Blick in die Zukunft müssen Investitionen tragfähig sein.»

Oliver Moritz
Bereichsleiter Gastronomie, Sprüngli


«Die Überlegung war, bestehende Prozesse nicht nur zu erhalten, sondern gezielt weiterzuentwickeln», erläutert Moritz. Deshalb entschied sich Sprüngli für die Zusammenarbeit mit einem unabhängigen FCSI-Consultant der promaFox AG.  Ziel war es, die Kühl- und Produktionsprozesse objektiv zu analysieren, Optimierungspotenziale zu identifizieren und sicherzustellen, dass die Infrastruktur leistungsfähig, effizient und zukunftssicher aufgestellt ist.

Prozessanalyse vor Investitionen

Dieser Ansatz deckt sich mit der Haltung des FCSI. «Arbeitsabläufe und Prozesse bestimmen, wie ein Betrieb tatsächlich funktioniert – Gebäude und Technik sind lediglich Mittel zum Zweck», sagt Vinoo A. Mehera, Mitglied vom FCSI. Wird zuerst investiert und danach analysiert, bestehe die Gefahr, dass teure Lösungen an den realen Bedürfnissen vorbeigehen oder bestehende Ineffizienzen zementieren. Erst eine fundierte Prozessanalyse schaffe Transparenz und bilde die Grundlage für Investitionen, die wirtschaftlich, betrieblich sinnvoll und zukunftsfähig sind. Für Sprüngli erwies sich insbesondere die unabhängige Perspektive als entscheidend.
 

«Unsere Consultants arbeiten ausschliesslich unabhängig von Herstellern und Lieferanten.»

Vinoo A. Mehera
Mitglied vom FCSI

«Die Beratung brachte vor allem eine ganzheitliche, neutrale Sichtweise», so Moritz. Durch die strukturierte Analyse konnten Schnittstellen zwischen Produktion, Küche, Kühlung, Logistik und Betrieb klarer definiert werden. Besonders wertvoll seien die fundierten Entscheidungsgrundlagen, die praxisnahen Empfehlungen sowie die Erfahrung aus vergleichbaren Projekten gewesen. Dadurch konnte Sprüngli Risiken minimieren, Investitionen gezielt steuern und nachhaltige Lösungen umsetzen.

Diese Neutralität ist ein zentrales Prinzip des FCSI. «Unsere Consultants arbeiten ausschliesslich unabhängig von Herstellern und Lieferanten», betont Mehera. Empfehlungen basieren nicht auf Verkaufsinteressen, sondern auf objektiven Kriterien wie Funktionalität, Lebenszykluskosten und Betriebssicherheit.

Spürbare Effekte im Alltag

Die Veränderungen machten sich bei Sprüngli im täglichen Betrieb rasch bemerkbar. «Abläufe sind heute klarer strukturiert, Prozesse effizienter aufeinander abgestimmt und die Betriebssicherheit wurde weiter erhöht», schildert Moritz. Auch die Mitarbeitenden profitieren: Besser geplante Arbeitsabläufe, stabilere Rahmenbedingungen und eine höhere Transparenz in den Prozessen wirken sich positiv auf Qualität, Produktivität und Arbeitskomfort aus. 

Zudem sorgen die optimierten Abläufe dafür, dass Verfügbarkeit, Präsentation und Produktsicherheit jederzeit gewährleistet sind. Das stärke das Vertrauen der Kundschaft und unterstreiche den Anspruch von Sprüngli, Genuss auf konstant höchstem Niveau zu bieten.

«Als traditionsreiches Unternehmen mit Blick in die Zukunft müssen Investitionen tragfähig sein», sagt Moritz. Lösungen sollten flexibel, skalierbar und anpassungsfähig bleiben – sei es im Hinblick auf neue gesetzliche Vorgaben, technologische Entwicklungen oder veränderte Produktionsanforderungen. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz seien deshalb feste Kriterien in der Entscheidungsfindung.

Auch aus FCSI-Sicht ist dieser Ansatz entscheidend. «Qualitätssicherung bedeutet strukturierte Planung, nachvollziehbare Entscheidungsprozesse und kontinuierliche Kontrolle über alle Projektphasen hinweg», so Mehera.
 

Für Betriebe heisst das: geringere Fehlplanungen, bessere Budgettreue, realistische Zeitpläne und Lösungen mit langfristigem Nutzen.

Was Moritz anderen Betrieben rät? «Wir empfehlen, Infrastrukturentscheidungen strategisch und ganzheitlich anzugehen.» Eine unabhängige Beratung helfe, Betriebsblindheit zu vermeiden und fundierte Entscheidungen zu treffen. Wichtig sei, nicht nur kurzfristige Kosten, sondern den gesamten Lebenszyklus einer Lösung zu betrachten. Sein Fazit: «Eine sorgfältige Planung zahlt sich im täglichen Betrieb langfristig aus.»
 

FCSI im Kurzportrait

FCSI – Foodservice Consultants Society International – ist ein weltweiter Verband für Fachleute in der Hospitality-Branche. Mitglieder sind unabhängige Berater, Planer oder Industriepartner. Die Schweizer Sektion wurde 1999 gegründet und zählt aktuell 33 Mitglieder. Ziel ist es, den Austausch zu fördern, Wissen zu teilen und Innovationen in die Praxis zu bringen – getreu dem Motto: «We Share. We Support. We Inspire.» Qualität wird durch einen klar definierten Qualifizierungsprozess gesichert, inklusive Referenzprojekten und kontinuierlicher Weiterbildung.

Weiterführende Links

Artikel im E-Reader

Weitere Informationen zu: