Heime & Spitäler 15.09.2026

Moderne Kühlung schont Umwelt und Budget

Ob Medikamente, Proben im Labor oder Lebensmittel und Getränke in der Cafeteria – in Heimen und Spitälern ist zuverlässige Kühlung unverzichtbar. Weil sie rund um die Uhr läuft, lohnen sich energieeffiziente Geräte.

Viele Kühlgeräte in Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens sind seit Jahren oder Jahrzehnten im Einsatz. Ihre Langlebigkeit wird zum Problem, wenn veraltete Technik weiterbetrieben wird: «Alte Geräte verbrauchen oft massiv Strom und arbeiten teilweise mit klimaschädlichen Kältemitteln», sagt Steffen Hepp von Topten, der unabhängigen Informationsplattform für stromsparende und klimafreundliche Geräte.
 

«Alte Geräte verbrauchen oft massiv Strom und arbeiten teilweise mit klimaschädlichen Kältemitteln.»

Steffen Hepp
Topten


Kältemittel sorgen dafür, dass Wärme aus dem Inneren des Geräts nach aussen abgeführt wird – so bleibt der Innenraum kalt. Solange sie im Gerät eingeschlossen bleiben, sind sie unproblematisch. Gelangen sie jedoch durch Defekte oder unsachgemässe Entsorgung in die Atmosphäre, wirken sie als starke Treibhausgase: So hat etwa das früher häufig verwendete Kältemittel R134a einen rund 1430-fach stärkeren Treibhauseffekt als CO₂. Entsprechend können selbst kleine Mengen grosse Auswirkungen haben. Laut Schweizer Treibhausgasinventar machten solche synthetischen Gase im Jahr 2023 rund 3,2 Prozent der Emissionen aus.

 


Heute sind natürliche Kältemittel wie Propan (R290) oder Isobutan (R600a) bei neuen Geräten Standard. Sie haben eine deutlich geringere Klimawirkung. Viele ältere Modelle sind hingegen noch mit klimaschädlicheren Stoffen in Betrieb. Um deren Ersatz zu beschleunigen, setzt der Bund gezielt Anreize: Das Förderprogramm ProKilowatt unterstützt den Kauf energieeffizienter und klimafreundlicher Modelle mit bis zu 30 Prozent Rückvergütung auf den Anschaffungspreis. Voraussetzung dafür ist unter anderem der Einsatz natürlicher Kältemittel.
 

Finanzielle Konsequenzen

Ein Ersatz lohnt sich nicht nur aus Umweltgründen. Veraltete Kühltechnik verursacht oft hohe Betriebskosten, welche über die Lebensdauer den Anschaffungspreis übersteigen können. So kann etwa ein ineffizienter Laborgefrierschrank über 15 Jahre rund 7000 Franken mehr Stromkosten verursachen als ein modernes Gerät. Generell verbrauchen ineffiziente Modelle oft mehr als doppelt so viel Energie – bei sehr alten Modellen sogar das Drei- bis Fünffache.

 

Gerade bei Kühlgeräten im Dauerbetrieb entscheidet deshalb weniger der Anschaffungspreis als vielmehr der Stromverbrauch über die Wirtschaftlichkeit. «Es lohnt sich, auf effiziente Geräte zu setzen, da diese über ihre Lebensdauer deutlich geringere Kosten verursachen», betont Hepp.
 

 

Beispiel Kühlschrank

Bei defekten Geräten stellt sich oft die Frage: Reparieren oder ersetzen? Am Beispiel eines Kühlschranks gilt: Bis etwa 7 Jahre lohnt sich eine Reparatur meist noch – vorausgesetzt, sie ist deutlich günstiger als ein Neugerät. Ab 8 Jahren sind Reparaturen nur noch bei sehr geringen Kosten sinnvoll. Ist ein Kühlschrank älter als 10 Jahre, empfiehlt sich in der Regel der Ersatz durch ein effizientes Modell.


Innerhalb einzelner Kategorien bestehen grosse Unterschiede: Offene Kühlregale im Verkauf verbrauchen etwa doppelt so viel Strom wie vergleichbare Modelle mit Glastüren. Bei Lager- und Laborkühlgeräten liegt der Verbrauch ineffizienter Modelle typischerweise zwei- bis dreimal höher als bei effizienten Modellen. Aktuell fehlt für Laborkühlmöbel noch eine einheitliche Kennzeichnung. «Eine solche Energieetikette würde die Effizienzklassen von A bis G sowie den jährlichen Energieverbrauch transparent machen», sagt Hepp. Die EU arbeitet bereits an der Einführung. Vorerst sei es für Endkunden jedoch schwierig zu erkennen,
ob es sich um ein energieeffizientes Gerät handelt. Topten hilft bei der Orientierung.

 

Betriebsoptimierung

Der Kauf eines energieeffizienten Kühlgeräts ist der wichtigste Schritt, um den Stromverbrauch dauerhaft zu senken. Doch auch der Betrieb spielt eine zentrale Rolle. Nur wenn Gerät und Nutzung optimal zusammenspielen, wird das Energiesparpotenzial ausgeschöpft. Mit einfachen Massnahmen lassen sich spürbare Effekte erzielen:

 

  • Vereisungen erkennen: Sie deuten darauf hin, dass das Gerät nicht optimal arbeitet oder sich zu viel Feuchtigkeit im Innenraum befindet. Lassen Sie die Ursache durch eine Kältefachperson prüfen.
  • Wärmetauscher reinigen: Staub und Schmutz beeinträchtigen die Wärmeabgabe.
  • Türdichtungen kontrollieren: Defekte Dichtungen führen zu Energieverlust. Prüfen Sie diese regelmässig und ersetzen Sie beschädigte Dichtungen sofort.
  • Temperatur richtig einstellen: So kalt wie nötig, nicht so kalt wie möglich.

Fördergesuch einreichen

Das Topten-Förderprogramm für Gewerbegeräte erhält die Finanzierung von ProKilowatt und steht unter der Leitung des Bundesamts für Energie BFE.

 

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf, welche Modelle förderberechtigt sind – entweder auf topten.ch oder im Fachhandel.
  • Nach dem Kauf füllen Sie das Gesuchsformular aus. Weitere Informationen: www.topten.ch/gewerbe.
  • Beim ersten Gesuch darf das Rechnungsdatum nicht länger als einen Monat zurückliegen. Für Folgegesuche gilt diese Frist nicht. Der Kauf des Geräts muss am 1. Oktober 2024 oder später erfolgt sein.
  • In einem Gesuchsformular können mehrere Geräte gemeinsam erfasst und eingereicht werden.
  • Senden Sie das ausgefüllte Formular zusammen mit den Rechnungen per E-Mail an gewerbe(at)topten.ch.
  • Bei vollständigen Unterlagen erfolgt die Prüfung und Auszahlung in der Regel innerhalb einer Woche.

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