Hotellerie Bettina Bellmont 30.08.2019

Hard Rock Hotel Davos: Neue Töne im ehemaligen Kurhaus

Neben den weltweit 184 Hard Rock Cafes gibt es auch 28 Hard Rock Hotels, eines davon in Graubünden. Das Hard Rock Hotel Davos verfügt über 79 Zimmer und Suiten, 15 Apartments, ein Restaurant, eine Bar sowie ein Spa- und Fitnessbereich. Alles ist auf Musik getrimmt. Darum heisst General Manager Florian Walther hier auch Bandleader.

Nomen est omen. Im Hard Rock Hotel in Davos spricht man nicht von Ambiente, sondern von «Good Vibes», nicht von Mitarbeiterbriefing, dafür von «Soundcheck», nicht von Trouvaillen, sondern von «Memorabilia». Das gehöre einfach zum Hard Rock, erklärt General Manager Florian Walther und betont: «Die Sprache macht einen Unterschied.» Für diesen Unterschied sorgt Florian Walther aber nicht nur bei der Wortwahl. Seit er im Herbst 2018 in Davos startete, lebt der renommierte Hotelier als «Bandleader» die Hard-Rock-Philosophie bis ins kleinste Detail. Täglich schaut er nach dem Rechten, spricht mit Mitarbeitenden und begrüsst Gäste oder führt sie durch die grosse Musiksammlung des Hotels. Der gebürtige Österreicher lächelt verschmitzt und verrät, an welchen Teil der «Good Vibes» er sich erst gewöhnen musste: «Zum ersten Mal in meiner Karriere trage ich keine Krawatte.»

There'll be music everywhere
«Hier wirst du überall von Musik begleitet und motiviert. Der Brand definiert sich klar durch Musik», sagt Walther und macht es sich in der Lobby neben der Vitrine mit den glitzernden Kostümen von Lady Gaga, Taylor Swift und Nicki Minaj in einem Sessel bequem. Der internationalen Hard Rock Gruppe mit Cafés, Hotels und Casinos gehört eine Sammlung von über 80’000 Exponaten von musikalischen Weltstars. Ein Bruchteil dieser exklusiven Memorabilia hängt im Hard Rock Hotel in Davos, insgesamt 65 Unikate.

«Hier wirst du überall von Musik begleitet und motiviert.»

Florian Walther
General Manager, Hard Rock Hotel Davos

«Sowas ist unbezahlbar», sagt der General Manager und erklärt, wie das Hotel zu dieser Ehre kam. «Jeff Nolan ist der Musikhistoriker von Hard Rock International und kuratiert die Sammlung. Er weiss einfach alles und kennt jeden.» Die Memorabilia werden von Nolan passend zum Standort ausgewählt und zugeteilt. Vom Musikhistoriker hat Florian Walther einiges aufgeschnappt. Stundenlang könnte er seine Gäste durch die Räume führen und hätte überall etwas zu erzählen – vorbei am Bühnenoutfit von Björk zu einem Seidenoberteil von Elvis Presley bis hin zur Weste von Jimi Hendrix in der Rock Star Suite.

The way you make me feel
Doch nicht nur die Exponate sorgen für das Rockstar- Feeling, sondern auch die durchs Band musikalischen Angebote. Hotelgäste können sich einen Plattenspieler
mit zehn Kultalben oder eine von fünf Fender-Gitarren aufs Zimmer liefern lassen, beim Check-in erhalten sie einen Download-Code für iTunes- Playlists und auch im Spa-Bereich gibt die Musik den Ton an. Denn das Hard Rock Hotel Davos bietet eine musikbasierte Massage an. Bei Rythm & Motion wird im Rhythmus massiert und der Gast durch eine Glocke sanft beschallt. Die Massageliege nimmt die Schwingungen auf, sodass die Musik rundum für Entspannung sorgt. «Das Konzept wurde exklusiv für die Hard Rock Hotels konzipiert», so Florian Walther. Ein weiteres exklusives Hard Rock-Angebot, auf das der General Manager besonders stolz ist, hatte hier in Davos
seine Weltpremiere. Walther zückt sein Handy und zeigt die Aufnahmen aus der hoteleigenen Kapelle. In «The Chapel» stehen dutzende Interessierte auf ihren Yoga-Matten und folgen den Instruktionen von Yogi Marti Nikko und den Beats ihres Mannes DJ Drez. «Rock Om» nennt sich das Programm, bei dem Yoga mit Musik verschmilzt. Es gibt keine Playlist, keinen vorgegebenen Ablauf. Nach den auflockernden Übungen reagiert DJ Drez spontan auf die Bewegungen und legt intuitiv auf, die Yoga-Teilnehmenden lassen sich treiben.

The Show must go on
Neues ausprobieren, den «Vibe» spüren und teilen – das ist nicht nur für die Gäste des Hard Rock Hotels ein Thema, bei der «Band» wird ebenso auf den richtigen Wohlfühl- und Arbeitsrhythmus geschaut. «Wer motivierte Mitarbeiter möchte, muss auch etwas dafür tun», ist der General Manager überzeugt. Natürlich vereint alle die Liebe zur Musik und zum Brand, aber darauf dürfe man sich nicht ausruhen, meint Florian Walther. Auch die Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle, beispielsweise sind alle Mitarbeitenden bei GastroSocial versichert. «Wir verlassen uns seit mehreren Jahren auf GastroSocial und sind sehr zufrieden mit dem Leistungsumfang und dem Service. So werden wir den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht.» Zudem bietet das Hard Rock Hotel seinen Mitarbeitenden mit dem «Culture Club» einen Ausgleich und Motivationsschub. An ein bis zwei Clubtreffen pro Monat entscheidet das Team selbst über das Angebot. Ob Aerial Yoga, Skifahren oder Events für die Dorfbevölkerung – zum Beispiel ein Punschstand vor dem Hotel anlässlich des EHC-Turniers. Alles ist möglich, was den «Good Vibe» weiterträgt.

«Wer motivierte Mitarbeiter möchte, muss auch etwas dafür tun.»

Florian Walther

Will miar Davoser sin
Florian Walther zeigt sich begeistert von seiner Crew: «Ich habe das Glück, jeden Tag mit so tollen Menschen zu arbeiten.» Er schätzt gerade die spontanen Ideen seines Teams, etwa als im Winter die Dachterrasse «The 5th» kurzerhand zur Schneebar mit Eisfeld umfunktioniert wurde. Im Sommer hat sie sich mit Sand und Palmen in einen Strand verwandelt und ist einer der vielen Orte, wo sich Hotelgäste und Davoser treffen. «Uns ist es wichtig, mit Davos vernetzt zu bleiben und kulturell etwas zu bieten. Vor allem mit unseren Freitagskonzerten gelingt uns das sehr gut, da wir auch Schweizer Musikern eine Bühne geben.»

 

Music was our first love
Nach dem Rundgang sitzt Florian Walther im Restaurant Sessions und bestellt einen Saisonsalat. Burger gibt es übrigens nur einen auf der Karte. «Wir sind ein Hard Rock Hotel und kein Hard Rock Café», erklärt der General Manager. «Als Lifestyle-Produkt muss sich ein Hotel auch etwas abheben.» Die Liebe zur Musik und die Memorabilia-Sammlung sind jedoch bei Hard Rock Hotels und Cafés gleich. Oder wie man auf hardrockisch sagt: «Der Vibe ist derselbe.» Lohnt es sich denn, ein Hotel ganz auf ein Thema auszurichten? «In unserem Fall, ja. Mit Hard Rock haben wir den Vorteil, dass der Brand den Anschluss an die jüngere Zielgruppe nicht verpasst hat», sagt Walther. Die Fans seien mitgewachsen, vor allem aber konnte die Begeisterung auf die jüngere Generation übergreifen. «Ich beobachtete kürzlich einen Vater mit einem Hard Rock-T-Shirt, der hier für seinen kleinen Sohn ein neues kaufte.» Damit dieser Generationenwechsel klappte, gehe man mit der Zeit. Im Sessions hängt deshalb nicht nur Elvis’ Oberteil, sondern auch das Bühnenoutfit von Shakira.

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Bettina Bellmont

Autor: Bettina Bellmont