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Energieeffizienz, die sich bezahlt macht
Wenn ein Hotel gleich zweimal für Energieeffizienz ausgezeichnet wird, lohnt es sich, einen Blick hineinzuwerfen. Seit 2006 leitet Stefan Lanz das Zürcher Stadthotel Scheuble. Von ihm erfahren wir Wesentliches über die Art und Weise, wie man im Hotel Energie spart.

Energie Effizienz
Aber auch darüber, wie er zusammen mit Mitarbeitern und Partnern das Hotel auf generell nachhaltigeren Kurs bringt.

Nein, Stefan Lanz ist kein Ökofanatiker. Er konnte einfach nicht anders, als er bei seinem Eintritt mit viel zu hohen Betriebskosten konfrontiert wurde. «Das Gebäude entstand 1879 und genauso alt ist unser Hotel. 2001 wurde vieles renoviert, aber leider nicht optimal. Unser Erdgas- und Stromverbrauch war jenseits von Gut und Böse. Da musste einfach etwas geschehen.» Als Folge davon beteiligte sich das Hotel am KMU-Modell der Energie Agentur der Wirtschaft EnAW zur Erlangung des EnAW-Labels «CO2 & kWh reduziert». «Dafür gewährten uns die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich 10% Rabatt unter der Bedingung, dass wir den Stromverbrauch um die vereinbarte Menge reduzieren.»

Kleine Massnahmen mit grosser Wirkung
Wenn man meint, mit der Umsetzung ginge es wie geschmiert, so irrt man: «Oft waren die Fachleute unterschiedlicher Meinung, weil es in vielen Bereichen noch an Erfahrung fehlte und diese jetzt nach und nach zum Tragen kommt. Mit Grosseinkäufen von Energiesparlampen verloren wir zum Beispiel viel Geld, weil ihre Betriebsdauer nicht den Versprechungen des Herstellers entsprach. Aber dann gibt es wieder Massnahmen, bei denen man einfach Tausende von Franken pro Jahr einsparen kann. Zum Beispiel war die Temperatur unserer Warmwasseraufbereitung viel zu hoch eingestellt, weil man auf Nummer sicher gehen wollte. Aber bei einem täglichen Bedarf von 12 000 bis 13 000 Liter verbrauchten wir viel zu viel Strom.»

Befreiung von der CO2-Abgabe
Seit dem 1. Juni 2013 ist das Hotel Scheuble von der CO2-Abgabe befreit. Diese beträgt zurzeit 36 Franken pro Tonne und steigt auf 60 und später 84 Franken. Die Vereinbarung mit dem Bundesamt für Umwelt enthält zwei wesentliche Bedingungen: Erstens muss der Ausstoss zu Beginn mindestens 100 Tonnen pro Jahr betragen und zweitens muss man diesen Ausstoss bis 2020 zwingend auf 20 % reduzieren. «Da wir in kurzer Zeit bereits 24,8 % eingespart hatten, fielen wir unter die 100-Tonnen-Grenze und mussten uns mit unserem Partnerhotel Alexander zusammentun. Bei solchen Partnerschaften ist es wichtig, dass man seinen Partner kennt, denn wenn man das vorgegebene Ziel nicht erreicht, haftet man solidarisch und muss zum Beispiel für teures Geld Zertifikate kaufen.»

Dank Auszeichnungen wertvolle Firmenkunden dazugewonnen
Für sein Engagement gewann das Hotel 2009 den Preis Energie Pionier und 2011 den Preis Hotel Energie PLUS für sein Nachhaltigkeitskonzept The Power, People & Partner. Bringt all das dem Hotel auch Vorteile? «Aber sicher. Dank den Auszeichnungen gewannen wir ohne Zutun und kommissionsfrei drei bis vier bedeutende Firmenkunden dazu, die wir uns als Dreistern-Hotel nie anzugehen getraut hätten. Zudem übernimmt unsere Hausbank jetzt 50% der Kosten für die EnAW und die andere Hälfte bezahlt die Klimastiftung Schweiz.»

Mit Ideen aus dem Team
Das People im Nachhaltigkeitskonzept bezieht sich ja auf die Mitarbeiter des Hotels. Wie sind sie ins Projekt eingebunden? «Wir motivieren unser Team zur Selbstständigkeit und führen auch jedes Jahr einen Ideenwettbewerb durch. Zu gewinnen gibt es Übernachtungen im Fünfstern-Hotel bis hin zu Nachtessen in einem coolen Restaurant.» Und wie wertvoll sind die Ideen? «Da sprudelt es nur so, vom kochenden Wasser aus dem Hahn in der Küche über Neoperl- Düsen zur Verringerung des Wasserverbrauchs sowie Anlagen für die Dosierung der ökologischen Reinigungsmittel bis hin zum papierlosen Front-Office.» Auch im hauseigenen Ristorante Tagliatelle spürt man die Nachhaltigkeit – im positiven Sinn: Die verwendeten Produkte sind marktgerecht, saisonal ausgerichtet und kommen aus der Region. Besonders beliebt sind Gemüse, Obst und Früchte aus dem Garten der Besitzerfamilie Scheuble, aus Letzteren erzeugt das Küchenteam die legendären hausgemachten Konfitüren.

Behinderung durch aufwendige Bewilligungsverfahren
Um die Vereinbarung zur Befreiung der CO2-Abgabe zu erfüllen, braucht es noch viel. Wo will Lanz den Hebel ansetzen? «Wir dachten schon an die Montage von 400 m2 Sonnenkollektoren auf dem Dach. Das scheiterte nicht aus finanziellen Gründen – die 150 000 bis 160 000 Franken hätten wir gerne investiert –, sondern am aufwendigen Bewilligungsverfahren. Wir wollen nicht Pionier um jeden Preis sein. So konzentrieren wir uns auf einfacher Realisierbares, zum Beispiel auf die Wärmerückgewinnung bei der Abluft. Ob wir etwas Nachhaltiges tun, hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab: Die Investition muss in spätestens acht Jahren amortisiert sein und der Gast darf nichts Nachteiliges spüren.»

Anlaufstelle für Hoteliers und Gastronomen

hotelleriesuisse
www.hotelleriesuisse.ch

GastroSuisse
www.gastrosuisse.ch

Energie Agentur der Wirtschaft
www.enaw.ch

Die Klimastiftung Schweiz
www.klimastiftung.ch

Hotel Scheuble Thema Nachhaltigkeit
www.scheuble.ch


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